Mein Nachfolger Dominik Haselwärter hat bereits zwei Erfahrungsberichte geschrieben. Mittlerweile ist er fast vier Monate in Buenos Aires und leistet dort sein Freiwilliges Soziales Jahr:
Viel Spass beim Lesen!
Mein Nachfolger Dominik Haselwärter hat bereits zwei Erfahrungsberichte geschrieben. Mittlerweile ist er fast vier Monate in Buenos Aires und leistet dort sein Freiwilliges Soziales Jahr:
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Vom 24.10 bis 26.10 fand in München ein Wise e.V. Treffen statt. Dabei wurden unter anderem Themen, wie Länderkoordination, Verbesserung der Auswahlseminare, sowie Gründung eines Ehemaligen Vereins, besprochen.
Ein Ergebnis war unter anderem, das bei jedem Auswahlseminar (AWS) jedes Land im kurzen Rahmen vorgestellt werden soll. Vorher war es so, dass nur die Länder vorgestellt wurden, von denen auch Referenten (also ehemalige Freiwillige) da waren. So kam es, dass nur wenige Länder sehr ausführlich dargestellt wurden.
Zu diesem Zweck haben Felix Kübler, Stephan Liebscher, Mathias Natter und ich eine neue Präsentation entworfen. Vielen Dank noch einmal an alle Beteiligten
Vom 20.06 bis 22.06 fand in Bamberg ein “encuentro argentino”, ein Vorbereitungstreffen der alten, sowie zukünftigen Freiwilligen in Bamberg statt. Hierbei hatten Clemens (Jujuy Freiwilliger 05/06) und ich uns ein interessantes Programm ausgedacht.
Unter anderem bereiteten wir typische Gerichte des Landes vor, um den Neuen so einen Eindruck von den kulinarischen Gewohnheiten der Argentinier zu geben.
Aber natürlich wurde das Treffen auch inhaltlich genutzt - so gab es noch einmal eine Gesprächsrunde zum Spenden sammeln, Spanisch lernen und über meine Rolle in Deutschland und im Ausland. Auch wurden Workshops angeboten, zum Beispiel “Orientierung in Buenos Aires”, “Tango” oder “argentinische Filme”.
Da wir aber auch wollten, dass die neuen Freiwilligen das Treffen mitgestalten, haben wir verschiedene Referatsthemen verteilt. Diese waren unter anderem sehr interessant und ich konnte noch einiges dazulernen.
Am Ende haben wir das encuentro mit einer Fundraising Aktion in Bamberg beendet - in der Fußgängerzone konnten wir fast 700 € in wenigen Stunden sammeln (siehe Bilder)
Am letzten Wochenende fand vom 22.05 bis 25.05.2008 das Vortreffen des Jahrganges 08/09 statt, der im kommenden September ihr Freiwilliges Soziales Jahr antreten wird.
Hierbei hatte ich die Chance, die neuen Argentinien Freiwilligen kennen zu lernen. Unter anderem betreuten Clemens (Freiwilliger in Jujuy, 05/06) und ich die neuen Freiwilligen, versuchten ihre vielen Fragen zu beantworten und ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg zu geben.
Aber natürlich wurde auch ein kleiner Spanischtest mit ihnen gemacht, ihr Spendenfahrplan durchgesprochen, sowie ihre Zielvereinbarung ausgemacht.
Alles in allem, erscheint mir die neuen Freiwilligen sehr motiviert und ich habe die Zeit mit ihnen auf dem Vortreffen wirklich genossen. Es waren vier sehr interessante Tage.
Ich bin gespannt, was das Jahr für die neuen Freiwilligen bringen wird.
Um noch einmal persönlichen den Spendern für mein Freiwilliges Soziales Jahr zu danken, aber auch einen Überblick über Argentinien, Land, Leute und meine Arbeit in Che Pibe und La Vieja del Anden zu geben, habe ich gestern einen Vortrag in der Brauerei Wagner gehalten.
Der Saal füllte sich immer mehr und um 19.30 ging es dann auch los. Nach einer halbstündigen Einführung über Argentinien erzählte ich zweieinhalb Stunden über die zwei Sozialprojekte und meine Arbeit in diesen. Trotz der Länge (die zugleich einziger Kritikpunkt am Vortrag war) konnte ich die Zuhörer in meinen Bann ziehen und ihnen dank vieler Bilder und Videos mein Leben in Argentinien näher bringen.
Um das leibliche Wohl der Zuhörer sicher zu stellen, gab es kostenlose Brötchen und das Bier kostete 1 €. Der Reinerlös der Getränkeverkauf wird an meine zwei Sozialprojekte gespendet und kommt zu 100% den Kindern zu Gute. Ausgeschenkt wurden gestern 100 Liter Bier und insgesamt wurden 600 € gespendet. D.h. dass jeder Gast im Schnitt 2 € mehr bezahlt hat.
Hierfür möchte ich mich noch einmal bei allen Zuhörern und Zuhörerinnen herzlich bedanken.
Zuerst möchte ich auf meinen Vortrag über mein Freiwilliges Soziales Jahr in der Wagner Bräu Kemmern (Hauptstraße 15, 96164 Kemmern) am Dienstag, der 2. Oktober 2007 um 19:00 Uhr hinweisen. Es wird Bier für 1 € zu kaufen geben und der Reinerlös kommt dem Projekt La Vieja del Anden (die Alte des Bahnsteiges) zu Gute. Da auf dem alten Gelände des Gleisprojektes La Vieja del Anden nun ein großes Sportcenter gebaut werden soll, versuche ich Spenden für die Errichtung eines Hauses zu sammeln. Ich würde mich auf ihr Kommen und ihr Interesse sehr freuen.
Hier kann man meinen vierten und letzten Erfahrungsbericht herunterladen.
Angefangen habe ich den Bericht in Buenos Aires, zu Ende gestellt wurde er hier in Deutschland. Der durchaus sehr informativen Bericht über die Monate April, Mai, Juni und Juli meines Freiwilligen Sozialen Jahres in Buenos Aires beinhaltet auf 35 Seiten folgende Themen:
Man sollte sich aufgrund der Seitenzahl nicht abschrecken lassen, da es durch die strukturierte Gliederung möglich ist, nur einzelne Teile (zum Beispiel über meine Arbeit) zu lesen.
Wer Fragen hat, oder weitere Informationen bezüglich meines Freiwilligen Sozialen Jahres in Buenos Aires erhalten möchte, kann mir eine Email an patrick.wagner@wi-ev.de schicken. Ich freue mich über Fragen, Anregungen, Lob und Kritik. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit beim Lesen.
Fabian Ignacio, auch Nacho genannt, besuchte mich zwischen den 16. bis 24. August in Bamberg. Nacho war ein ehemaliger Projektmitarbeiter meines Samstagsprojektes la Vieja del Anden. Er besuchte mich für 9 Tage inDeutschland - wir besuchten München und Bamberg.
Es war wirklich ein sehr schönes einen echten Argentinier bei mir Daheim in Empfang zu nehmen.
Hier kann man meinen dritten Erfahrungsbericht herunterladen.
Zuerst einmal möchte ich mich für die längere Funkstille entschuldigen. Dafür habe ich in meiner mehrtägigen Arbeitsphase einen durchaus sehr informativen Bericht über die Monate Januar, Februar und März meines Freiwilligen Sozialen Jahres in Buenos Aires schreiben können. Auf 37 Seiten beinhaltet dieser folgende Themen:
Man sollte sich aufgrund der Seitenzahl nicht abschrecken lassen, da es durch die strukturierte Gliederung möglich ist, nur einzelne Teile (zum Beispiel über meine Arbeit) zu lesen. Auch muss ich erwähnen, dass der Bericht über meine Reise sehr ausführlich ist, was an meinem Hang zur Geographie und Fotografie liegt.
Wer Fragen hat, oder weitere Informationen bezüglich meines Freiwilligen Sozialen Jahres in Buenos Aires erhalten möchte, kann mir eine Email an patrick.wagner@wi-ev.de schicken.
Ich freue mich über Fragen, Anregungen, Lob und Kritik.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit beim Lesen.
… als Cartonero ist ausgefallen, da sich Chucky gestern beim Müllsammeln am Bein verletzte und sich die Wunde heute verschlechtert hat. Über diese Tatsache war ich mehr als glücklich, da mir die Arbeit logischerweise nicht sehr viel Spaß bereitet. Vielmehr möchte ich niemanden wünschen einmal als Cartonero arbeiten zu müssen, denn es ist wirklich ein menschenunwürdiger Beruf.
Morgen werde Chucky und ich zum Letzten Mal zusammen losziehen. Ich habe noch vor ein kleines Interview mit ihm zu führen und einige Bilder zu schießen, damit man sich ein besseres Bild machen kann.
Heute kann ich schon einmal ein Foto des alten Mercedeslastwagen „Los Mochos“ zeigen, mit dem ich nun schon drei Mal ins Capital gefahren bin. Darauf kann man die Cartoneros, sowie die Karren, mit denen der Müll transportiert wird, sehen. Die ganze Szene befindet sich an der Straßenkreuzung direkt neben dem Projekt Che Pibe.
Für mich war es eine schwere Gewissensfrage so ein Foto ins Internet zu stellen. Denn eigentlich habe ich große Probleme ein Bild, welches Armut zeigt, zu machen und zu veröffentlichen. Allerdings habe ich vorher die Cartoneros, sowie den Lastwagenfahrer um Erlaubnis gebeten, damit zumindest ein kleiner Teil meines schlechten Gewissens befriedigt wird. Außerdem versuche ich auch die Leute in Deutschland für dieses Thema zu sensibilisieren und erhoffe mir, dass ich somit ein etwas größeres Augenmerk auf die Armut in Südamerika richten kann.
Heute ging es wieder auf ein Neues los, nur dass ich nicht wirklich Lust hatte, einen weiteren Tag als Cartonero zu verbringen. „Wenn ich jetzt nur wie gewohnt nach Hause fahren könnte, das wäre etwas“, dachte ich vor mir her. Dennoch besitze ich einen eisernen Willen, wenn ich mir etwas vorgenommen habe. Und mit Chucky ist eben ausgemacht, dass ich ihn eine Woche begleiten werde. Und was ich versprochen habe, das halte ich auch ein.
Am Anfang verspürte ich noch eine große Neugierde, wollte ein kleines Abenteuer erleben, aber vor allem neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Aber nun stellte sich so langsam die Routine ein, bereits nach zwei Tagen. Dieser Art der Arbeit ist einfach nur hässlich.
Desto mehr freute ich mich, als mir ein freudiges, auf schlechtes Englisch gesprochenes „Hallo, how are you“ vom Laster entgegenkamen und ich einigen Jugendlichen die Hand schütteln musste. Mit den Zurufen „ey, aleman“ winkte mir Mario, ein Jugendlicher den ich vom cine taller (Kinoworkshop) kenne, vom Hinteren Teil des Lasters zu. Spätestens jetzt kennt mich der ganze Laster, dachte ich mir nur und suchte wieder die Nähe zu Chucky.
Dieser saß aber auf den hohen Seitenwänden des Lasters, weswegen ich beschloss mich zu ihm zu gesellen. Bei den eigentlichen Cartoneros sieht das immer ziemlich lässig und einfach aus, wie sie da oben auf den Seitenwänden des Lasters herumbaumeln; allerdings machen sie das ja auch fünf Tage in der Woche. Ich hingegen verkrampfte mich total und klammerte mich an das kühle Eisengestell fest und versuchte möglichst nicht herunterzufallen. Und das war dann auch das einzige was ich die ganze Fahrt über getan habe. Als wir endlich ankamen, tat mir mein Hintern ziemlich weh. Wie die eigentlichen Cartoneros das machen, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.
Meine Theorie von gestern hat sich als wahr herausgestellt. Heute mussten wir ebenfalls große Wege zurücklegen, um überhaupt nicht durchsuchte Müllbeutel zu finden. Außerdem gibt es ja noch viele andere Cartoneros. Am Ende gingen wir wieder zu der Stammstraße von Chucky, wo wir darauf warteten bis die Leute nach und nach ihre Müllbeutel herausstellten. Endlich konnten wir unseren viertel vollen Beutel bis obenhin mit Verwertbaren füllen. Als wir dann zurück zum Lastwagen fuhren, war ich mehr als glücklich, wieder einen Tag als Cartonero überstanden zu haben.
Was ich heute sehr überraschend fand, dass uns ein Polizist zu einer Farmacia (Apotheke) geführt hat, von der wir daraufhin eine größere Menge an Karton erhalten haben. Das liegt daran, da im Januar des Jahres 2003 das Ley 992 (Gesetz 992) verabschiedet wurde. Die wichtigsten Punkte dieses Gesetzes sind folgende:
Dank dieses Gesetzes haben die Cartonero nun mehr Rechte und letztes Jahr fand sogar der „1 º Congreso Nacional de Cartoneros“ (der erste nationale Kongress der Cartoneros) in Mar del Plata statt, wo verschiedene Vorträge und Workshops rund um das Thema Cartonero angeboten wurden.
Aber den Cartonero ist es auch möglich sich offiziell in Gruppierung, wie der „Movimiento Nacional de Trabajadores Cartoneros y Recicladores „ (nationalen Bewegung von Cartoneros und Recyclern) zu vereinigen. Somit können sie für mehr Rechte kämpfen.
Allerdings ist erst seit der großen Wirtschaftskrise im Jahr 2001 eine derart hohe Quantitäten von Cartoneros in Buenos Aires aufgetreten, so dass die Straßen von diesen überschwemmt wurden. Bereits am Ende des Jahres reichte man als Reaktion den Gesetzesentwurf für das Ley 992 ein.
Heute arbeiten, laut einer UNICEF Argentina Studie aus dem Jahr 2005, 8.762 cartoneros in den Straßen von Buenos Aires. Etwa 39% davon sollen Einwanderer sein und fast die Hälfte der Müllsammler sind Kinder und Jugendliche. Die wirkliche Zahl schätze ich aber weit aus größer ein.